Rechte und Pflichten für Mieter und Vermieter

Eine positive Rückmeldung vom Immobilienmakler – die neue Wohnung ist endlich gefunden und der Mietvertrag kann aufgesetzt werden! Mieter möchten am liebsten sofort den Mietvertrag unterzeichnen. Vorher empfiehlt sich aber ein aufmerksamer Blick in die Vertragsdetails.

1. Überprüfen Sie die Angaben

Rechte & Pflichten beider Parteien sollten klar geregelt sein.
Alle Angaben, die Sie zuvor in der Selbstauskunft übermittelt haben, noch einmal prüfen und schauen, ob der Name, die Adresse etc. fehlerfrei sind. Weiterhin sollten alle mietenden Personen vermerkt sein sowie die Angaben zu der Wohnung korrekt sein:

  • Höhe der Miete (Kaltmiete & Nebenkosten)
  • Kündigungsfristen
  • Größe
  • Anzahl der Zimmer
  • Beschreibung der Wohnung inkl. der Nutzung zugehöriger Räume wie bspw. Keller, Dachboden etc.
  • Beginn des Mietverhältnisses – falls absehbar – Ende des Mietverhältnisses

2. Lesen Sie den Mietvertrag gründlich

Lesen Sie den Vertrag mehrfach gründlich durch und versuchen Sie, alle offenen Fragen zu klären. Alle Vertragspartner sollten die Vertragsinhalte verstanden haben.

3. Vertragsunterschrift 

Erst wenn alle Unklarheiten beseitigt sind, kann der Vertrag unterschrieben werden. Im Anschluss senden Sie den Vertrag, falls nicht vor Ort beim Makler unterschrieben, an die vereinbarte Adresse. Das kann der Makler, der Eigentümer oder auch die Hausverwaltung sein. Nach Gegenzeichnung erhalten Sie ein Original zurück.

Die Wohnungsübergabe kann nun geplant werden.

Achten Sie bei dem Mietvertrag auf einen aktuellen Stand des Vordrucks. Mietrecht ist eine sehr schwierige Angelegenheit, die ständig überarbeitet und aktualisiert wird.

Mietvertragsarten

1. Standard-Mietvertrag

Hierbei handelt es sich um einen unbefristeten Mietvertrag, der vom Mieter jederzeit, unter Einhaltung der gesetzlichen Frist, gekündigt werden kann. Mieterhöhungen dürfen erst 15 Monate nach dem Einzug oder der letzten Mieterhöhung eingefordert werden. Das Aufmaß ist auf maximal 20 Prozent in drei Jahren begrenzt.

2. Zeitmietvertrag

Beim Zeitmietvertrag steht das Ende des Mietsverhältnisses von Anfang an fest. Der Befristung bedarf es einer Begründung – wie bspw. absehbarer Eigenbedarf oder größere Sanierungsarbeiten.

3. Staffelmietvertrag

In einem Staffelmietvertrag werden jährliche Mietsteigerungen festgelegt. Ein Vertrag mit festgeschriebener Mieterhöhung gibt Planungssicherheit für beide Parteien. Die Miete darf während der Laufzeit nicht erhöht werden – auch nicht, wenn die Wohnung modernisiert wird.
Der Mieter ist bei einem Staffelmietvertrag nicht durch die Obergrenze von bis 20 Prozent Erhöhung geschützt. 

4. Index-Mietvertrag

Hier orientiert sich die künftige Miete an den Veränderungen der Lebenshaltungskosten aller privaten Haushalte in Deutschland. Die Grundlage hierfür ist der Verbraucherpreisindex (VPI), den das Statistische Bundesamt monatlich neu berechnet. Der Index-Mietvertrag kann auf unbestimmte Zeit geschlossen werden.

Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar, bei Fragen oder Unsicherheiten kontaktieren Sie bitte einen Fachanwalt oder Mieterverein.


Leipzig, den